Wie funktioniert das eigentlich mit dem Kaffeeanbau?

Kaffee wird schon seit vielen Jahrhunderten bewusst angebaut und kultiviert. Seine Ursprünge liegen in Afrika. Damit ist unser Uganda Kaffee so etwas wie ein kulinarisches Erbe während in Nepal erst seit ca. 30 Jahren Kaffee angebaut wird.

Kaffee lässt sich nur unter ganz speziellen Bedingungen anbauen. Generell kann man sagen, dass ein Anbaugebiet für Arabica Bohnen zwischen 400 – 2100 Meter über NN liegen muss. Außerdem ist das Klima sowie die Niederschlagsmenge entscheidend dafür, dass der Kaffee gut und ertragreich wachsen und viele Aromen entwickeln kann.

FUN FACT: Gemahlener Kaffee darf bis zu 5% Schalen der Kaffeefrucht enthalten. Diese Obergrenze ist für die Industrie zum Ziel geworden. Wir kommen natürlich annähernd an die 0% heran 😉

Hinzu kommt dann auch noch, dass die Kaffeepflanze keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden darf, da sie sehr empfindlich ist. Ein guter Kaffee kann nur im Halbschatten seine volle Qualität entwickeln. Deshalb wachsen auch die Kaffeebäume idealerweise nicht auf großen Plantagen, sondern im Schatten großer Bäume und Palmen (z.B. Bananenpalmen)  heran. Das führt unter anderem dazu, dass keine Monokulturen entstehen und der Boden auch über lange Zeit Nährstoffreich bleibt.

Eine Kaffeeernte dauert auf unseren Plantagen fast sechs Monate. Die Kaffeefrüchte reifen sehr ungleichmäßig – deshalb werden immer und immer wieder nur die reifen Früchte abgeerntet. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich sehr stark von dem auf Massenware getrimmten Kaffee. Dieser wird einmal im Jahr maschinell, ohne Rücksicht auf Kaffeebaum und die Reife der Kaffeefrucht, abgeerntet. Das Aroma kommt dann quasi nur noch aus der Mischung.

Bei unseren Kaffees werden nach der Ernte die roten Kaffeefrüchte nass aufbereitet. Dabei wird in einer Presse (dem sog. Entpulper) das Fruchtfleisch vom Fruchtkern abgequetscht, wichtig dabei ist dass die Kerne unbeschädigt bleiben. An der Pergamenthülle (Pergaminos) der Kerne bleibt noch ein Rest des Fruchtfleisches kleben (Mucilage), dieses muss durch Fermentation entfernt werden. Dazu werden die Pergaminos für ca. 12-48h in ein Fermentationsbecken (mit Wasser gefüllte Becken) gelegt. Durch den einsetzenden Gärungsprozess löst sich die Mucilage und wird abwaschbar. Die Kerne werden anschließend in der Sonne getrocknet. Die sog. Silberhäutchen, eine ganz dünne Schale die um den eigentlichen Kaffeekern liegt, bleiben bei dieser Methode erhalten und wirken wie ein Schutzfilm. Kaffee der mit dieser Methode verarbeitet wird, wird als “washed” (gewaschen) bezeichnet.

Nach der Trocknung wird er in Säcke verpackt und bis zur nächsten Sammelstelle getragen (bei unseren Farmen in Nepal ist das ein Fußmarsch von 30 Minuten bis 4 Stunden). Dort werden die Säcke auf LKWs geladen und zu einer Art Zentrale transportiert. Kurz vor dem Versand werden die Bohnen dann geschält, wobei das Silberhäutchen entfernt wird. Minderwertige Bohnen werden noch händisch aussortiert und für den Transport zum nächsten Hafen  vorbereitet, um von dort aus dann nach Deutschland zu gelangen.